An der Westspitze der Île de Ré, in der Gemeinde Saint-Clément-les-Baleines gelegen, ist der Leuchtturm der Wale einer der mächtigsten an der Atlantikküste. Der Aufstieg auf den Leuchtturm und der Besuch des Museums bieten einen kulturellen Ausflug inmitten der Natur.

Der Aufstieg auf den Leuchtturm der Wale
Der Leuchtturm der Wale ist 57 Meter hoch. Man gelangt dorthin über ein Vestibül mit Marmorboden, von dem eine prächtige Steintreppe mit 257 Stufen hinaufführt. Sie führt auch zum Wachraum mit seinem Alkovenbett. Von der Plattform aus ist der Blick auf die Île de Ré, das Meer und den Strand von La Conche bemerkenswert. Bei klarem Wetter sind die Küsten der Vendée, die Inseln Aix und Oléron zu sehen.
Der heutige Leuchtturm der Wale wurde 1854 in Betrieb genommen. Er ersetzte den alten, von Vauban errichteten Wal-Turm. Er unterscheidet sich von seinen Nachbarn, dem Leuchtturm von Chassiron und dem von La Coubre, durch seine achteckige Form und sein sichtbares Mauerwerk (Kalkstein aus Crazannes). Der vom Architekten Reynaud erbaute Leuchtturm der Wale hat eine Reichweite von 50 km.
Am Fuße des Leuchtturms der Wale bietet ein Laden- und Buchhandlungsbereich die Möglichkeit, ein Souvenir aus einer großen Auswahl an Büchern, Postern, Postkarten und maritimen Objekten mit nach Hause zu nehmen. Der Leuchtturm ist umgeben vom zwei Hektar großen Wal-Park, der 1861 von Herrn Perrier, einem Landschaftsarchitekten, angelegt wurde.



Der alte Turm und das Wal-Museum
Der Wal-Turm war das erste Leuchtfeuer, das an der Spitze installiert wurde. Sein Bau im Jahr 1682 war Teil eines umfassenden Programms von Vauban: die Küsten zu schützen, den Seeverkehr zu überwachen und zu kontrollieren und die immer häufiger werdenden Schiffbrüche zu verhindern. Der Leuchtturm der Wale bildete damals einen ersten Vorposten zur Verteidigung des Arsenals von Rochefort. Das Gebäude hat drei Stockwerke und drei Räume, die über eine Wendeltreppe zugänglich sind; der alte Turm kann jedoch nicht besichtigt werden.
Zu seinen Füßen befinden sich die Gebäude der ehemaligen Leuchtturmwärterschule, die ursprünglich ein Lager für die Brennstoffe des Feuers war. Heute ist dort ein Museum eingerichtet. Es bietet einen lehrreichen Rundgang durch die Geschichte der Leuchttürme und ihre Lage rund um den Pertuis Charentais. Multimedia-Animationen wurden mit Unterstützung von Jamy, dem Journalisten der Sendung „C’est pas sorcier“, erstellt. Man kann also sagen, dass der Besuch ebenso lehrreich wie unterhaltsam ist!
Der Leuchtturm der Waljungen
Etwas weiter, etwa 4 km von der Küste entfernt, befindet sich ein dritter Leuchtturm, der Haut-Blanc du Nord, auch bekannt als Leuchtturm der Waljungen. Dieser kleine, 31 Meter hohe Turm funktioniert ohne Wärter.
Der Turm wurde dem Leuchtturm der Wale hinzugefügt, um dessen Sicherheit zu verbessern. Der Bau des Gebäudes dauerte jedoch 13 Jahre (1840 – 1853) aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit. Die Arbeiter konnten den Felsen nur bei großen Ebbe erreichen. Nur die Annäherung per Boot ist möglich, aber das Leuchtfeuer Haut-Blanc kann nicht besichtigt werden.